Vorstellungsgespräch

Endlich flattert das heiß erwartete Antwortschreiben auf deine Ausbildungsbewerbung in deinen Briefkasten und tatsächlich – es gibt gute Nachrichten – das Unternehmen möchte dich kennen lernen. Deine schriftliche Bewerbung konnte also überzeugen, doch nun heißt es auch live und in Farbe zu zeigen, dass du der beste Azubi für den Job bist. Wir helfen dir dabei und haben viele wichtige Infos für dich gesammelt.

In der Regel läuft das Vorstellungsgespräch nach folgendem Muster ab:

  • Begrüßung und Smalltalk
  • Interview mit Fragen über Firma und Bewerber
  • Verabschiedung und Ausblick

Während des gesamten Bewerbungsgesprächs solltest du auf deine Körpersprache achten. Dinge wie Nasebohren, mit dem Kugelschreiber klicken, Arme vor der Brust verschränken oder breitbeinig auf dem Stuhl sitzen sind tabu. Stattdessen solltest du lächeln, deinen Gesprächspartner ausreden lassen, aktiv zuhören, Fragen stellen und ehrlich sein. Mit einem freundlichen und selbstbewussten Auftreten überzeugst du deinen zukünftigen Arbeitgeber.

Am Ende des Vorstellungsgesprächs macht es einen guten Eindruck, wenn du dich für das nette Gespräch bedankst und freundlich verabschiedest. Achtung: Bitte nicht zu kumpelhaft verabschieden (Servus, Tschüss, Ciao), sonst könntest du mit einem Wort deinen positiven Eindruck zunichte machen.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Eine gute Vorbereitung nimmt dir die Nervosität im Gespräch. Informiere dich deshalb im Vorfeld ausführlich über das Unternehmen und den Ausbildungsberuf. Damit du Fragen zum Unternehmen im Vorstellungsgespräch nicht fürchten musst, solltest du  über die folgenden Punkte informiert sein:

  • Was für ein Unternehmen ist es?
  • Wo sitzt es?
  • Wie groß ist es?
  • Was wird produziert/angeboten?

Gut ist es auch, wenn du dir im Vorfeld einen Überblick über die Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens verschaffst und dir eine eigene Meinung bildest. Des Weiteren solltest du auch über das Ausbildungsprogramm bestens informiert sein.

Der perfekte Auftritt

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Die ersten 3 Sekunden sind entscheidend, denn hier entsteht der erste Eindruck. Unangebrachte Kleidung befördert den Bewerber schnell ins Aus.

Dresscode im Vorstellungsgespräch

Überleg dir genau, was du zum Vorstellungsgespräch anziehen willst.

Als Regel gilt: Lieber overdressed (zu gut angezogen) als underdressed (zu schlecht angezogen). Mit einem schönen Hemd bzw. einer schöne Bluse und einer dunklen Stoffhose kann man nichts falsch machen. Ein zu kurzer Rock, ein zu tiefer Ausschnitt, ungeputzte Schuhe oder gar Flecken und Löcher in der Kleidung rücken dich nicht in das beste Licht. Grundsätzlich sollten sich Bewerber entsprechend dem Dresscode der jeweiligen Branche kleiden. Ein Blick auf die Unternehmenshomepage kann bei der Frage helfen, welcher Kleidungsstil angemessen ist. Handelt es sich um eine klassisch-konservative Branche, sind Anzug oder Kostüm (bei Frauen) meist unverzichtbar.

Wichtig: Verkleide dich nicht. Wenn dir das Tragen eines Anzugs zuwider ist und du dich absolut unwohl fühlst, dann lass es. Nur einen Look zu wählen, der gut aussieht und der Branche entspricht, sind nicht das Wichtigste. Wichtig ist es auch, dass du dich in deiner Haut wohlfühlst und damit eine gute Ausstrahlung hast.

Pünktlichkeit ist beim Vorstellungsgespräch Pflicht!

Plane genug Zeit für den Weg ein und kalkuliere einen Stau oder die Unpünktlichkeit von Bus & Bahn mit ein. Tipp: Nimm ein Handy und die Telefonnummer deines Gesprächspartners mit. So kannst du Bescheid geben, falls du dich trotz allem verspäten solltest. Denk aber daran, es vor dem Gespräch auszuschalten!

Mit vorbereiteten Unterlagen machst du einen guten Eindruck. Am besten nimmst du deine vollständige Bewerbungsmappe mit. Dann noch einen Block und einen Stift, und du bist bestens gewappnet für ein gutes Vorstellungsgespräch.

Welche Fragen auf dich zukommen könnten:

Mögliche Fragen vom Personaler

Der Personalverantwortliche möchte sehen, ob du dich mit dem Unternehmen und der Ausbildung auseinandergesetzt hast. Du solltest auf folgende Fragen vorbereitet sein:

Fragen über die Firma

  • „Was wissen Sie schon über unsere Firma?“
  • „Wie und wo haben Sie sich über uns informiert?“
  • „Warum möchten Sie diesen Beruf bei uns erlernen?“

Fragen über die Schule

Aber auch dich als Person möchte der Personaler kennenlernen, also werden dir im Vorstellungsgespräch für die Ausbildung sicherlich Fragen zu deiner Schulzeit, zu deinen Praktika und zu dir persönlich gestellt, z. B.

  • „Was sind Ihre Lieblingsfächer in der Schule und warum?“
  • Was sind Ihre „Hass-Fächer“ in der Schule?
  • „Sie haben eine 3 in Mathematik, in der Ausbildung haben Sie allerdings mit Zahlen zu tun. Denken Sie, dass diese Ausbildung für Sie die richtige ist?“
  • „Warum wollen Sie nicht studieren?“

Fragen über Praktika

  • „Haben Sie neben der Schule oder in den Ferien gearbeitet?“
  • „Sie haben ein Praktikum bei XY gemacht. Was hat Ihnen dort am besten gefallen?“

Persönliche Fragen

  • „Was machen Sie in Ihrer Freizeit?“
  • „Was sagen Ihre Eltern und Freunde zu Ihrer Berufswahl?“
  • „Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?“

Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch

Sind dir während deiner Recherche bereits Fragen zur Ausbildung oder zum Unternehmen gekommen, dann kannst du sie im Vorstellungsgespräch stellen. Das signalisiert dem Arbeitgeber dass du Interesse an der Ausbildung hast.

Mögliche eigene Fragen

  • „Wie sehen die Übernahmechancen nach der Ausbildung aus?“
  • „In welchen Abteilungen werde ich eingesetzt?“
  • „Wann darf ich mit einer Entscheidung rechnen?“

Folgende Fragen solltest du lieber nicht stellen

  • „Bekomme ich in der Probezeit Urlaub?“
  • „Wie viel Weihnachtsgeld / Urlaubsgeld gibt es?“
  • „Kann ich jetzt gehen?“
  • „Hatten sie nicht letztens einen Skandal in der Firma?“
  • „Wie viele Fehltage darf ich in der Berufsschule haben?“

Nachbereitung des Vorstellungsgesprächs

Du hast dein erstes Vorstellungsgespräch gemeistert. Wie war es? Mach dir Notizen über den Ablauf des Vorstellungsgesprächs. Schreib dir die Fragen auf, die dir gestellt wurden und reflektiere, wie du dich gefühlt hast. Dies ist eine gute Vorbereitung für ein weiteres Vorstellungsgespräch oder eine Hilfe für Freunde, die ihr Gespräch noch vor sich haben.

Falls es mit der Stelle nicht geklappt hat, gib nicht auf, sondern frag telefonisch oder per E-Mail nach, woran es gelegen hat. Manchmal springt ein Bewerber ab und die Firma entscheidet sich für den nächsten Kandidaten. Wäre da nicht der Bewerber geeignet, der sich noch einmal bei der Firma gemeldet hat?

Du hast die Stelle bekommen? Herzlichen Glückwunsch! Du kannst sehr stolz auf dich sein – du hast es geschafft – du hast einen Ausbildungsplatz!

Checkliste:

Hier findest du alles Wichtige für dein Vorstellungsgespräch zusammengefasst auf einen Blick:

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